(Neues Leben, neue Hoffnung!)
Hallo Leute :)
Mal wieder habe ich einen Monat ausgelassen. Entschuldigt dafür! Aber ich habe seit ich voll arbeite einfach nicht mehr die Zeit dafür und wenn ich ehrlich bin, denke ich auch nicht mehr immer dran. Egal :D Das zeigt nur, dass ich viel beschäftigt bin :)
Ja, ich habe meine Gedanken wirklich woanders. Mein Job fordert mich sehr, auch wenn ich mich in der Schule oft langweile. Ich bin gern auf Arbeit, aber merke immer wieder, dass ich eben doch erst im ersten Lehrjahr bin. Das ärgert mich, aber hey - es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und wozu bin ich denn in Ausbildung? Richtig: um zu lernen! Ansonsten macht es mir sehr viel Spaß.
Nach einem halben Jahr kann ich nun das Resumee ziehen: ich fühle mich wirklich wohl hier :) Leipzig ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich glaube, woanders wäre ich total untergegangen. Es ist wunderbar, so nah bei meiner Familie zu sein, auch wenn meine Eltern gerade nicht die kürzeste Strecke haben. Ich finde es klasse, am Abend einfach mal zu Oma gehen zu können, oder zu Fuß meine Cousine mit ihren Kindern zu besuchen. Und auch das zusammen Wohnen mit meiner anderen Cousine empfinde ich als Segen. Familie ist einfach so etwas Besonderes, etwas Heiliges. In diesem Sinne verbindet mich etwas ganz Besonderes mit Leipzig: Auch wenn hier nicht alles perfekt ist - viele Straßen sind verdreckt und man muss Kaffeebohnen um Hundehaufen laufen... - ich verbinde mit Leipzig Heimat. Schon seit ich denken kann. Hier ist das eine Haus meiner Großeltern, wo ich viele gute Erinnerungen habe. Hier sind die meisten Menschen, die ich Familie nennen darf. Als Pfarrerskind hat man meistens keinen Ort, an den man als erwachsener Mensch immer wieder zurückkehren kann und seinen Kindern zeigen, wo man aufgewachsen ist. Dieser Ort wird leider nicht das momentane Haus meiner Eltern sein, sondern es wird das Haus der Eltern meiner Mutter sein. Neben Merschwitz war das der Ort, wo ich am meisten Zeit verbracht habe, ein Ort des Rückzuges. Mein Freund neckt mich damit, dass ich Leipzig so liebe, obwohl er Dresden viel schöner findet :D Ist es vielleicht auch vom Stadtbild - ich bin auch gern in Dresden (zumindest zu Besuch). Aber ich habe zu Dresden keinen Bezug... und das ist wahrscheinlich der Punkt, warum ich Leipzig so sehr bevorzuge. Mit Leipzig verbinde ich so viele Erinnerungen.
Auch wenn ich mich in Leipzig super wohl fühle und ich froh bin, dass ich jetzt hier mein zu Hause habe: ich vermisse mein altes Leben. Ich vermisse die knarrenden Geräusche des Hauses in der Nacht, ich vermisse meine Freunde, die ich zurück gelassen habe, das Jugendleben in Skassa, wo immer etwas los war und verrückterweise auch das Pfarrhausleben. Sicher - ich bin froh dort raus zu sein, ich habe die Veränderung gebraucht und sie tut mir gut. Aber es versetzt mir manchmal einen Stich, wenn ich wieder in den Zug steige und nach Leipzig fahren muss. Abschiede.... Abschiede tun unendlich weh.
Über all dem was ich hier erlebe, merke ich, dass ich so unendlich von Gott gesegnet bin. Ich habe richtig Lust, Gott näher kennen zu lernen und möchte für ihn leben. Ich bin gespannt, wohin mich Gott führen wird und wie er mich gebrauchen will, sein Reich zu bauen. Ich möchte anders sein als mainstream. Mainstream kann jeder - aber gegen den Strom zu schwimmen...
"Die heilige Schrift ist wie ein Kräutlein: je mehr du sie reibst, desto mehr duftet sie!"
(Martin Luther)